Ein Rückblick auf den Wachstumsstaat



Kernsätze in einem Aufsatz von Stephan Lessenich

Der Wohlstand des langen Nachkriegsbooms war nicht zuletzt deshalb gesellschafts-historisch einmalig, weil breite Mehrheiten in den Genuss einer ungeahnten Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse kamen…und (die) ermöglichten auch den proletarischen Milieus eine zwar immer noch ungleiche Teilhabe am wachsenden Sozialprodukt, die aber mehr als nur basale Bedürfnisse zufriedenstellte.
Die Umverteilung der Wachstumsgewinne …bedarf der Intervention eines marktexternen Akteurs: des Staats…Der europäische Wohlfahrtsstaat ist im Grunde ein „Wachstumsstaat“, der übersetzt wirtschaftliches Wachstum in gesellschaftliches Wohlergehen…Wo Wohlfahrt auf Wachstum beruht, da bilden sich…breite gesellschaftliche Koalitionen zum Erhalt dieses Funktionszusammenhangs.
…Eine Gesellschaft, die sich von Wachstumszwängen emanzipieren wollte, müsste auch ihre politischen Strukturen grundsätzlichen infrage stellen.
Eine Postwachstumsgesellschaft wäre eine Gesellschaft der radikalen Umverteilung,…im globalen Maßstab…
Der Autor lehrt Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Quelle: Atlas der Globalisierung

Wider die globale Unvernuft



Kernsätze in einem Aufsatz von Matthias Greffrath

…Die Bekenntnisse aller Parteien, „Wachstum sei nicht alles“, finden ihre Grenzen am – vermeintlichen – Zwang, die Besitzstände ihrer Wähler sichern zu müssen. Die Mainstream- Eliten…..verweisen auf die überlebensnotwendige „globale Konkurrenzfähigkeit“.
…Es gibt einen Bewusstseinswandel…aber alle Fortschritte zerbröseln an der quantitativen Steigerung des Weltverbrauchs, am Rebound-Effekt ...global herrscht Business as usual.
…Gegen die Hoffnung auf einen allmählichen Wandel von unten sprechen nicht nur die sich schließenden Zeitfenster, sondern auch die historischen Erfahrungen, dass nicht Erkenntnis…das politische und soziale Gewebe von Gesellschaften verändert, sondern nur die normativen Zwänge, die Notlagen, die Katastrophen, die Kriege.
…Alle Überlegungen zur Postwachstumsgesellschaft, alle Pioniertaten könnten Übungen in Vergeblichkeit bleiben, wenn sie nicht zu einer Politisierung der ökologischen Aktivisten und einer Instandbesetzung der politischen Institutionen einhergehen.
Der Autor ist Soziologe und Journalist
Quelle: Atlas der Globalisierung

Klimaschutz im Sport - Offener Brief an den Deutschen Olympischen Sportbund



Sehr geehrter Herr Dr. Vesper,
als Ingenieur in Bereich Altlastensanierung bin ich von der Sinnhaftigkeit der Agenda 2030 und deren Umsetzung in die Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) überzeugt – obwohl noch vieles zu verbessern/klären ist.
Mit Interesse habe ich die Stellungnahme des DOSB zum Entwurf der (DNS) gelesen. Positiv sehe ich Ihr Angebot, die Idee der Nachhaltigkeit in die Breite der Gesellschaft zu tragen. Das Thema bewegen Sie bereits in mehrfacher Weise auf Ihrer Website, u.a. mit dem Thema „Klimaschutz im Sport“. Im Entwurf der DNS heißt es zum Klimaschutz, Zitat:
Nach Berechnungen des Weltklimarats IPCC ist ohne einen schnellen und konsequenten
Klimaschutz ein globaler Temperaturanstieg um durchschnittlich 4°C
oder mehr in diesem Jahrhundert wahrscheinlich. Dadurch würde die Gefahr von
abrupten, unumkehrbaren Klimaänderungen steigen und die Möglichkeiten der
Menschen und der Ökosysteme, sich an den Klimawandel anzupassen, sinken.
Gleichzeitig legt der IPCC dar, dass es möglich ist, die Erwärmung auf 2°C gegenüber
dem Niveau vor der Industrialisierung zu beschränken, wenn jetzt und
wirksam gehandelt wird.“
Diese Feststellung galt bereits seit Jahren für die bisherige nationale Nachhaltigkeitsstrategie. Als Nachhaltigkeitsindikator dienen hier die Treibhausgasemissionen.
Sehr geehrter Herr Dr. Vesper, gestatten sie zwei Fragen:
1. Welche messbaren Leistungen (Reduzierung der Treibhausgasemissionen) hat der DOSB vor dem Hintergrund „Klimaschutz im Sport“ bisher im Rahmen seiner Aktivitäten erzielt?
2. Welche Strategie verfolgt der DOSB, um die von der Bundesregierung angestrebte Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen?

Mit freundlichen Grüßen
Peter Vollmer