Winterkorn unter Betrugsverdacht



Endlich Konsequenzen? Ermittlungen gegen EX-VW-Chef.
Man vermisst den in solchen Fällen gerne verwendeten Satz: „Er ist bereit zur Kooperation“ – nein, Herr Winterkorn erinnert sich schlichtweg nicht mehr an bestimmte Details.
Wundert man sich über „Wutbürger“, wenn ein Manager seiner hochdotierten Verantwortung nicht gerecht wird und er laut Pressemitteilungen dennoch täglich eine Rente von 3.100 € rechtlich zugesprochen bekommt? Ein Hoch auf den Rechtsstaat – aber was fehlt diesem Staat, der zulässt, dass derartige Rechtsentscheidungen den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährden, Moral- und Gerechtigkeitsempfinden ins Wanken bringen.
Wie viele Winterkörner agieren im Lande?
Ein offener Brief konnte Herrn Winterkorn nicht beeindrucken. Seine Antwort steht noch aus?

Vo/27.01.2017

Nordrhein-Westfalen veröffentlicht erstmals seinen ökologischen Fußabdruck

Das Land lebt, als hätten wir 3,3 Erden. Das sind die wichtigsten Punkte des NRW-Umwelt-Berichts 2016:

-Der Klimawandel ist nachweisbar: Zwischen 1881 und 2015 hat sich die Temperatur in NRW um 1,4 Grad Celsius im Jahresmittel erhöht.
-Treibhausgase sind rückläufig.
-Die Dioxin-Belastung ging deutlich zurück, Quecksilber und PCB sind nach wie vor problematisch.
-Lärmbelastung: Fluglärm und nächtlicher Straßenverkehr belasten die Gesundheit.
-Flächenverbrauch steigt rasant an: Jeden Tag werden in NRW 9 Hektar Fläche bebaut.
-Gewässer werden durch hohe Nitratwerte belastet, sie kommen aus der Landwirtschaft.
-Die Artenvielfalt ist in Gefahr, 45 Prozent der Flora und Fauna sind gefährdet.
-Nur ein Drittel des Waldes ist gesund.

Zitat NRW-Umweltminister Remmel: “Wir üben eine Herrschaft über künftige Generationen aus, die nicht mehr über ihre Ressourcen entscheiden können".
Die Ergebnisse widersprechen den politischen Zielen. Weshalb ändert sich nichts bzw. kaum etwas?

Ein Rückblick auf den Wachstumsstaat



Kernsätze in einem Aufsatz von Stephan Lessenich

Der Wohlstand des langen Nachkriegsbooms war nicht zuletzt deshalb gesellschafts-historisch einmalig, weil breite Mehrheiten in den Genuss einer ungeahnten Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse kamen…und (die) ermöglichten auch den proletarischen Milieus eine zwar immer noch ungleiche Teilhabe am wachsenden Sozialprodukt, die aber mehr als nur basale Bedürfnisse zufriedenstellte.
Die Umverteilung der Wachstumsgewinne …bedarf der Intervention eines marktexternen Akteurs: des Staats…Der europäische Wohlfahrtsstaat ist im Grunde ein „Wachstumsstaat“, der übersetzt wirtschaftliches Wachstum in gesellschaftliches Wohlergehen…Wo Wohlfahrt auf Wachstum beruht, da bilden sich…breite gesellschaftliche Koalitionen zum Erhalt dieses Funktionszusammenhangs.
…Eine Gesellschaft, die sich von Wachstumszwängen emanzipieren wollte, müsste auch ihre politischen Strukturen grundsätzlichen infrage stellen.
Eine Postwachstumsgesellschaft wäre eine Gesellschaft der radikalen Umverteilung,…im globalen Maßstab…
Der Autor lehrt Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Quelle: Atlas der Globalisierung