Big data (1)




Große Datenmengen – big data. „Was hat das mit mir zu tun? Ich bin doch unwichtig, Meine Daten sind doch uninteressant.“ So oder ähnlich hört man den Normalbürger oft auch heute noch – mich einbezogen – obschon mit einem unguten Gefühl und wissend, dass diese Gleichgültigkeit nicht angebracht ist.- Aber um was soll man sich denn auch alles kümmern?

Sie (Digitalisierung) gefährdet auch unser politisches System als Ganzes, denn wer die Selbstbestimmung des Bürgers infrage stellt, braucht auch keine Demokratie mehr. Dieser sinngemäß wiedergegebene Gedanke Yvonne Hofstetters (Deutschlandfunk Kultur) hat mich nun doch wachgerüttelt. Zumal der Autorin im Netz bescheinigt wird, als Juristin und IT-Unternehmerin zu den wenigen zu gehören, die gesellschaftliche und politische Folgen ihres Wirkens zuende denken. Vor dem Hintergrund fachlicher Kenntnisse formuliert Hofstetter in einem Video-Interview der Bundeszentrale für politische Bildung:

„Ein Laie glaubt, dass Software objektiv ist – aber Software und Algorithmen sind überhaupt nicht objektiv. Sie tragen immer die Wertvorstellungen des Designers, des Algorithmikers, des Programmierers in sich und das ist niemals objektiv, nur wir Menschen glauben, wir neigen dazu einem Computer, einer Maschine mehr zu glauben als einem Menschen….“

Zum Aspekt der Transparenz stellt sie die Frage:

Wie weit kann man eigentlich ein Google verpflichten, ein Facebook verpflichten, die Algorithmik, die künstliche Intelligenz zu veröffentlichen…“

und sieht die Gründe dafür, dass Transparenz selten eingefordert wird darin:

„…dass uns diese Verfahren (Digitalisierung) Wirtschaftswachstum bescheren und so stellen wir hier im Grunde genommen Wirtschaftswachstum über die Idee der Grundrechte und die des Menschen und der sozialen Marktwirtschaft. Also hier treffen immer wieder diese zwei Kontrahenten, Antagonisten aufeinander. Das ist einerseits mal der Mensch mit seinen Rechten und Freiheitsrechten und die  Wirtschaft, die halt jetzt gerademal bei big data sehr in die Rechte eingreift und eigentlich mit Rechten des Menschen handelt“.

Bietet nicht gerade der letzte Absatz Anlass zur Nachfrage nach Aufklärung bei unseren Vertretern im Bundestag?

Sibylle Lewitscharoff (Schriftstellerin) zum Flüchtlingsproblem

Zitat:
"....Sich einigeln, sich abschotten, Ausländer hassen ist jedoch kein Weg der Befreiung, erst recht nicht der politischen und wirtschaftlichen Vernuft. Den Zustrom weiterer Flüchtlinge wird man trotzdem einhegen müssen. Ich möchte derzeit nicht Politiker sein und darüber befinden müssen.......Die großartige Tugend der Nächstenliebe kann man den Menschen nicht anbepfehlen. Sie nistet in den Seelen Einzelner....."
April 2017

Zitat Jürgen Habermas zu Europa

"Ein 'Weiter so' mit demokratisch entmündigten Völkern, die über ökonomische Anreize zur Ordnung gerufen werden, besiegelt den Zerfall......Wollen wir einen gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraum im Interesse der Konzerne? Oder wollen wir nach Brexit und Trump ein global handlungsfähiges Kerneuropa, weil unsere Nationalstaaten zu schwach sind, als dass jeder von ihnen alleine unsere liberale Lebensform verteidigen und auf die politische Gestaltung eines wild gewordenen Finanzmarktkapitalismus Einfluss nehmen könnte?"